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Tippseite zum Einrauchen einer Pfeife
Wichtig ist: Ruhig ziehen und immer wieder den Zug mit dem Stopfer
regulieren. Wenn Sie das Gefühl haben, leer zu ziehen, einfach mit dem
Stopfer ein wenig festdrücken. Wenn Sie z.B. eine kurze Pause eingelegt haben und
anschliessend die Glut nicht so recht will - ganz einfach. Gleichmässig ziehen und
vorsichtig und behutsam mit dem Stopfer den Tabak ein wenig nachdrücken ... mit ein
bisschen Übung können Sie sich so das nachzünden sparen. Aber Achtung - nicht
zu fest ziehen ... beim Pfeiferauchen will man entspannen - nun nur wenn die Pfeife handwarm bleibt, können sich die Aromen des
Tabaks voll entfalten, bei zu heißen Temperaturen werden sie zerstört. Sie
sollten sich vor Augen halten, daß sich in der Glutzone einer Pfeife etwa 600 C entwickeln,
bei hastigem Ziehen können das auch schon
etwa 900 C werden, nur: dann können Sie die Pfeife nur noch am Holm halten, aber
viel schlimmer ist, daß die Gesamtaromen - die Duft- und Geschmacksstoffe des
Tabaks ebenso wie die hinzugefügten Aromen - sehr leiden.
Aber manche rauchen mit „Volldampf" bis zum bitteren Ende - egal, was
die Pfeife dazu sagt, egal was mit der Zunge passiert.
Richtig bitter wird es, wenn jemand versucht, den "Tabakrest" am Ende einer
Pfeife auch noch zu verkonsumieren. Das gelingt in der Regel ohnehin nur
hartgesottenen Zeitgenossen und selbst denen nur dann, wenn sie regelmässig
nachzünden - also lassen Sie es einfach.
Der letzte Rest des Tabaks wird einfach umgerührt und beim anschliessenden
Putzen der Pfeife in den Müll gekippt
Es gibt nur eine Ausnahme:
Wenn Sie eine neue Pfeife einrauchen, sollten Sie versuchen, möglichst weit
bis zum Ende zu rauchen, damit sich auch unten eine gewisse Schutzschicht aus
dem Tabak heraus bildet. Damit dabei nicht zuviel Feuchtigkeit entsteht, sollten
die ersten fünf Füllungen ja auch nur etwa halb voll gemacht
werden.
Unbestritten ist, daß der Tabak bis zu jenem Punkt, an dem die Bitterkeit
anfängt, eine großartige Wirkung auf unsere schöpferische Schaffenskraft
entfaltet. Deshalb haben ihn schließlich viele große Persönlichkeiten der
Geschichte so geschätzt. Aber stets mit dem gewissen Maß aller Dinge.
Unbestritten ist aber auch, daß jeder Zug über diesen Punkt der Bitterkeit
hinaus mindestens unter gesundheitlichen Aspekten doppelt und dreifach zählt,
von dem Genuß ganz zu schweigen. Damit nun Ihr gutes Stück im unteren Teil
nicht "versuppt" oder zu naß bleibt, räumen Sie die Pfeife folgendermaßen:
Sie stochern mit dem Dorn Ihres Bestecks an der Wandung entlang nach unten,
lockern den restlichen Tabak auf und rühren ihn so um, daß die feine, hellgraue
Asche nach außen an die Wandung kommt. Diese noch warme Asche saugt die an der
Wand haftende Feuchtigkeit sofort und vollständig auf und die Pfeife bleibt
trocken. Dann können Sie den Rest ausschütten - nicht klopfen! - und Sie lassen
die Pfeife mindestens eine Dreiviertelstunde ruhen und abkühlen, ehe Sie sie
öffnen.
Und damit bin ich schon bei der Pflege.
Das Öffnen und Schließen einer Pfeife sollte immer in der gleichen
Drehrichtung erfolgen, also immer nach rechts auf und wieder zudrehen oder Auf-
und Zudrehen nach links, dann lockert sich der Zapfen nicht so leicht. Von der
Mitte aus putzen Sie die Rauchkanäle mit einem Pfeifenreiniger - bei
Filterpfeifen sollten Sie stets einen neuen Filter einsetzen, denn das, was der
Filter dem Rauch entzogen hat, sollte nicht wieder aufgewärmt werden und in den
Rauchstrom der neuen Füllung übergehen. Den neuen Filter setzen Sie aber selbstverständlich
nicht gleich nach dem Putzen ein. Also erstmal den alten in den Müll und erst, wenn
Sie diese Pfeife wieder rauchen, einen neuen rein. Sie sollten auch darauf achten, daß der
Zapfen sauber und trocken bleibt.
Noch eine Anmerkung zum Drehen von Thomas Bartel - eine Korrektur des
vorhergehenden Absatzes sozusagen:
"Es ist heutzutage nicht mehr so wichtig,
falls man keine Freehand Pfeife hat, aber der Ursprung, eine Pfeife nur in eine
Richtung drehend zu öffnen und zu schließen kommt daher, dass früher die Zapfen
der Mundstücke auf der Drehbank dem Holz angepaßt wurden. Durch das Abdrehen
entsteht auf dem Zapfen eine ganz kleine Zahnung. Wenn man aber dann den Zapfen
entgegen der Zahnung in das Holz dreht, wirkt dieser wie eine feine Raspel und
weitet somit die Zapfenbohrung. Und weil diese Zahnung zwangsweise immer in die
gleiche Richtung läuft, wird auch das Mundstück IMMER NUR im Uhrzeiger
gedreht!!!"
Übrigens: ich erlebe immer wieder bei Raucherabenden, daß Pfeifen mit einem Pfeifenreiniger im Rauchkanal aufbewahrt werden. Das hat zwar schon der "seelige" Alfred Dunhill vor 70 Jahren geschrieben, doch heute weiß man, daß die freie Luftzirkulation die Pfeife viel besser trocken hält. Also bitte keinen Reiniger im Rauchkanal belassen.
Das wars - und nun viel Spass beim Einrauchen Ihrer neuen Pfeife.
A.Geser