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Tippseite "Handhabung eines Rasiermessers"
DAS ABZIEHEN (vor der Rasur falls notwendig)
Grundsätzlich ist es nicht notwendig, vor jedem Rasieren das Messer abzuziehen,
denn der Grat eines Rasiermessers richtet sich innerhalb eines Tages teilweise
von alleine wieder auf. Ich mache es i.d. Regel bei jedem 2. oder 3. Mal.
Da die Gefahr besteht, beim Abziehen das Rasiermesser zu beschädigen, wenn der
Grat sich noch nicht aufgerichtet hat (also gleich nach dem Rasieren) wird eine
Ruhezeit des Messers vor dem Abziehen grundsätzlich empfohlen.
In der Regel stellt es aber kein Problem dar, eine Ruhezeit einzuplanen, da bei
einer Nassrasur mit einem richtigen Rasiermesser das Ergebnis deutlich besser ist
und somit nicht innerhalb eines Tages nochmals rasiert werden muss.
Solle es aber doch vorkommen, dass eine 2. Rasur am gleichen Tag erforderlich ist,
so sollte man ggf. auf ein 2. Rasiermesser oder einen anderen Rasierer ausweichen.
Fazit: Wenn erforderlich, vor dem Rasieren abziehen - keinesfalls gleich dannach.
Das Abziehen selbst ist relativ leicht, nur in der Hektik wird man Fehler machen - und
die sind in jedem Fall nicht billig - immerhin riskiert man dabei einen Schnitt im
Lederriemen oder eine beschädigte Klinge. Die Geschwindigkeit ist ohnehin vollkommen
nebensächlich, also sollte man sich dabei Zeit lassen.
Zum Abziehen wird der Riemen an dem Ring an einem festen Gegenstand eingehakt. Das
kann ein Haken in der Wand oder, weil man den meist nicht in der Nähe hat, z.B. die
Klinke der Badezimmertür sein. Der Riemen sollte etwa in Hüfthöhe gespannt, allenfalls
leicht ansteigend gehalten werden.
Grundsätzlich sollte diese Anleitung erst komplett im Kopf sein, bevor man es versucht,
nachzumachen. Wir wollen doch dem Riemen keinen Schaden zufügen!
Verwenden Sie das Messer immer wie auf dem Schaubild angezeigt. 90 Grad zum Riemen,
das Messer muss komplett aufliegen und drehen immer über den Rücken.
Ist der Riemen schmäler als das Messer, so muss das Messer leicht diagonal gezogen
werden - Achtung - noch grösseres Risiko für Anfänger!


DIE VORBEREITUNG ZUR NASSRASUR MIT DEM MESSER
Um ein möglichst gutes Rasier-Ergebnis zu erziehlen, ist es notwendig, dass die
Rasurvorbereitung ebenfalls gründlich durchgeführt wird.
Um das Barthaar zu erweichen, sollte es vor der Rasur ca. 3 Minuten warm und feucht
gehalten werden. Ein Grund, der für eine Rasur nach der Dusche spricht. Im Idealfall
wird anschliessend mit einem Rasierpinsel Schaum aus Rasierseife erzeugt und auf das
feuchte Gesicht aufgetragen.
Ich bevorzuge wie gesagt Rasierseife. Diese halte ich kurz unter heisses Wasser - den
Pinsel ebenfalls - anschliessend fahre ich in kreisenden Bewegungen mit dem Pinsel über
die Rasierseife (diese gibt es übrigens auch in Schalen bereits am Boden befestigt - ich
bevorzuge übrigens den Stift. Meines Wissens ist das auch die günstigste Alternative für
guten Rasierschaum). Nach 20 bis 30 Sekunden habe ich genügend Schaum gesammelt. Während dieses
Vorgangs halte ich den Rasierstift über das Waschbecken, da dabei auch mal ein wenig Schaum
abstürzen kann, den kann man später unter Umständen aber auch noch gebrauchen.
Dafür sollte man allerdings beim Rasierpinsel nicht sparen - der sollte
einem schon 20-30 Euro Wert sein. Je billiger diese ist, desto steifer sind meistens die Borsten,
was sich ziemlich negativ beim Auftragen auswirkt und einem langfristig dazu veranlasst, dass
man schlussendlich doch einen besseren Rasierpinsel kaufen wird.
Die zweite Variante wäre die Rasiercreme. Letztendlich sollte diese auch auf den nassen
Rasierpinsel aufgetragen und im Gesicht aufgeschäumt werden.
Auf "Schaum aus der Tube" kann man getrost verzichten. Für eine "normale Schnellrasur" durchaus
geeignet, sollte er bei der Rasur mit einem Messer nicht verwendet werden. Er kann weder Feuchtigkeit
noch Wärme so gut halten - und das ist nun mal Bedingung für die Vorbereitung.
Bei einem guten Barbier kann es übrigens gut sein, dass nach dem Auftragen des Schaums ein warmes
Handtuch über das Gesicht gelegt wird und man so erstmal 5-10 Minuten auf die Rasur warten darf.

DIE NASSRASUR MIT DEM MESSER
Hält man zum ersten Mal ein Rasiermesser in den Händen, so beginnt man am Besten mit den glatten, unproblematischen Gesichtszonen. Dazu hält man das aufgeklappte Rasiermesser mit Daumen und drei Fingern so, dass die geöffnete Schale vom Gesicht weg zeigt. Die mit Rasierseifenschaum eingeseifte und geschmeidige Haut wird durch ziehen gestrafft, das Messer mit einem Winkel von ca. 30° mit und beim nächsten Rasiergang gegen den Bartstrich bewegt. Wird das Messer zu flach angesetzt, reisst es den Bart, zu steil wird man sich Schnittverletzungen zuziehen. Stets in Schneiderichtung bewegen, niemals horizontal (Verletzungsgefahr), stets gleichmäßig durchziehen und an Ecken, Grübchen und Oberlippe das Messer ein wenig steiler halten. Wird das Messer durch Fall oder beim Einklappen in die Schale beschädigt, soll es nicht mehr weiterbenutzt werden. Hier hilft kein Ledern, sondern nur der ordentliche Nachschliff und Abzug durch einen Fachmann.Beim 1. Durchgang rasiert man in Richtung mit dem Bartwuchs also von oben nach unten an den Backen und unterhalb des Kinns mit jeweils 2-3 Wiederholungen. Oberhalb und unterhalb der Lippen empfiehlt sich eine seitliche Rasur.
und beim 2. Durchgang ...(vorher nochmals frischen Rasierschaum auftragen - eine Wartezeit ist diesmal nicht erforderlich) von unten nach oben an den Backen und unterhalb des Kinns. Oberhalb und unterhalb der Lippen von unten nach oben oder seitlich - je nach persönlicher Vorliebe.
DIE NACHBEHANDLUNG
Die Nachbehandlung nach der Rasur beginnt, indem mit kaltem Wasser die Reste des Rasierschaumes vom Gesicht entfernt werden. In der Regel wird die Haut durch die Rasur mit einem Messer mehr beansprucht als bei allen anderen Methoden. Das Auftragen von Rasierwasser wird also in der Regel einen deutlichen Aha-Effekt nach sich ziehen. Ich war beim ersten Mal doch sehr überrascht, wie sehr Rasierwasser eigentlich brennen kann und bin relativ schnell dazu übergegangen anstatt Rasierwasser nun After-Shave-Balsam zu verwenden. Letztendlich bietet dieser auch deutlich mehr Pflege für die beanspruchte Haut. Lästig können die kleinen Schnittverletzungen werden, die sich vor allem zu Beginn der "Rasier-Karriere" zeigen werden. Die alten Tricks (ein Stück Tempo ankleben welches das Blut aufsaugt usw.) helfen da oft nicht mehr weiter - Absynth kann verwendet werden, ist aber relativ teuer.VIEL SPASS!
November 2004, Andreas Geser