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Tippseite für Neueinsteiger (1)

Die hier aufgeführten Gebrauchsvorschläge für Tabakpfeifen sollen dem interessierten Neueinsteiger helfen, seine ersten Schritte nicht grundlegend falsch zu tun. Auf Grund der oft gegensätzlichen Meinungen über viele Details des Pfeiferauchens wird es eine Gebrauchsanweisung für Tabakpfeifen im eigentlichen Sinne wohl niemals geben.

Die Tabakpfeife
Wie sieht die beste Anfängerpfeife aus?

  • gerade
  • dickwandig
  • maximal mittleres Füllvolumen
  • mit Filter
  • poliert, nicht lackiert
  • vorbeschichteter Brennraum
  • Preis: ca. 50 EUR
  • Der Tabak
    Für Anfänger sollte ein milder Tabak verwendet werden, am Besten nicht zu süss. Der Tabak sollte frisch sein - bitte keinesfalls einen bereits geöffneten, alten Tabak zu Beginn verwenden. Der schmeckt nicht und lässt sich nicht gut rauchen. Von Flakes oder Feinschnitt rate ich ab.
    Für das Stopfen der Pfeife gibt es offenbar verschiedene Methoden, ich will hier kurz meine vorstellen:
    Ich verwende meist 50g-Beutel, da ich als Genussraucher sonst das Problem habe, dass mir der Tabak zu trocken wird. Ist der Tabak ziemlich grob, nehme ich erst etwas aus dem Beutel und reisse ihn klein, ansonsten beginne ich gleich damit, den Tabak in die Pfeife rieseln zu lassen. Ist die Brennkammer komplett gefüllt, drücke ich mit dem Zeigefinger nach unten, etwa bis zur Hälfte. Dann wieder auffüllen, nachdrücken - insgesamt mache ich das ca. 3-4 Mal. Zum Schluss drücke ich noch ein wenig fester nach. Anschliessend ziehe ich kurz ohne Anzuzünden - hier muss sich ein kleiner Widerstand feststellen lassen.
    Ist der Widerstand nun zu gross, gibts zwei Möglichkeiten:

  • Mundstück abdrehen und mit dem Dorn des Pfeifenstopfers den Tabak in der Brennkammer etwas vom Rauchkanal wegdrücken
  • ... hilft auch das nicht, muss der Tabak nochmals komplett raus und das ganze beginnt von vorne.
  • Das Feuer
    Zum Anzünden verwende ich in der Regel ein extra Pfeifenfeuerzeug (Gas), habe ich das nicht bei der Hand, tut's auch ein normales Streichholz. Beim Anzünden ist zu beachten, dass man den Pfeifenkopf nicht beschädigt. Generell ist die Temperatur der Flamme des Streichholzes niedriger. Man führt die Flamme gleichmässig über den Tabak und zieht nebenbei an der Pfeife. Anschliessend muss der Tabak mit dem Pfeifenstopfer festgedrückt werden. In der Regel brennt die Pfeife nach dem ersten Mal nicht - ich zünde also ein weiteres Mal und drücke fest, während ich an der Pfeife ziehe.

    Das Rauchen
    In der Regel zieht man nur soviel, dass die Pfeife in Brand gehalten wird. Wolken wie bei einer Dampflok bringen weder Rauchgenuss noch Freunde. Ausserdem wird die Pfeife dann schnell warm und man muss ohnehin aussetzen, wenn man die Pfeife nicht gefährden will. Ist man sich nicht sicher, hält man die Pfeife an die Backe merkt man schnell, wenn sie zu heiss ist. Ist das der Fall, ist es höchste Zeit die Pfeife für 10-15 Minuten abkühlen zu lassen. Man muss sich mal vor Augen halten, dass die Pfeife noch derart heiss ist - bei einer dickwandigen Pfeife ist das schon eine Leistung. Man kann sich also ungefähr vorstellen, welche Temperatur in der Pfeife herrscht. Da eine Pfeife letztenendes aus Holz besteht und Holz brennbar ist, sollte man ihr nicht zuviel zumuten, um sie nicht zu beschädigen.

    Das Ausrauchen
    Möchte man keine ganze Pfeife rauchen,dann fülle man von vornherein die Pfeife nur halb,das ist in jedem Fall besser als sie nicht leerzurauchen.

    Eine neue Pfeife einrauchen
    Zu diesem Punkt gehen die Ansichten sehr weit auseinander,bis hin zum krassen Gegensatz. Ich mache es folgendermaßen. Eine kleinere Pfeife,bis max.1 1/2 Zeigefingerglied Brennraumtiefe, fülle ich von Anfang an voll. Eine Pfeife mit größerem Füllvolumen fülle ich ca.5 mal halb, danach voll. Diese halben Füllungen haben meiner Meinung nach nichts mit der Entwicklung der Pfeife zu tun, ich mache es nur meiner Zunge zu liebe. Es ist beim Einrauchen einer neuen Pfeife von äußerster Wichtigkeit, ganz langsam zu rauchen, besonders, wenn der Brennraum nicht vorbeschichtet ist (Einrauchpaste, schwarz), sonst gibt es bei zu schnellem Rauchen evtl. Brandschäden.
    Über das Einrauchen gibt es noch ein Extra-Kapitel

    Entleeren der Pfeife
    Ist die Pfeife zu Ende geraucht,lockere ich den Inhalt des Tabakraumes mit dem Pfeifenstopfer und rühre ihn durch, so dass sich die trockene Asche von oben nach unten an den feuchten Boden des Tabakraumes setzt, daraufhin kippe ich den Inhalt der Pfeife in den Ascher und schlage sie dabei leicht gegen den Handballen. Wer seine Tabakpfeife auf einem harten Ascher oder Ähnlichem ausklopft, möge selber darüber nachdenken, ob er eine Tabakpfeife oder einen Hammer hat. Danach lege ich die Pfeife ab und lasse sie auskühlen. Zu einem späteren Zeitpunkt ziehe ich das Mundstück leicht drehend aus dem Holm der Pfeife, entferne den Filter und beginne mit den Putzarbeiten.

    Putzen
    Nach jedem Rauchen putze ich meine Pfeife nach dem gleichen Schema. Erst das Mundstück mit einem Pfeifenputzer säubern und dann den Rauchkanal anschliessend säubere ich damit den Brennraum (indem ich ihn vorher biege). Mit einem geknüllten Küchentuch entferne ich dann die restliche Asche aus dem Brennraum. Das Mundstück reinige ich mit einem feuchten Tuch.

    Ruhepause
    Eine Tabakpfeife sollte im geputzten Zustand wenigstens einen Tag ruhen (besser eine Woche).

    Zum Schluß noch drei Buchautoren und ihre hervorragenden Werke zum Thema Tabakpfeife:
    Richard Carleton Hacker: "Die Kunst Pfeife zu rauchen"
    Otto Pollner: "Pfeiferauchen leicht gemacht"
    Helmut Hochrain: "Das Taschenbuch des Pfeifenrauchers"
    "Helmut Hochrain´s neues Pfeifenbuch"
    Mit Rauchern läßt sich reden ... von Klaus Billerbeck